Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V.

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Der Europäische Freiwilligendienst (EFD)

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist Teil des Programms »JUGEND IN AKTION« der Europäischen Union, und wird durch eine EU-Richtlinie geregelt. Er bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich als Freiwillige in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland zu engagieren, z.B. in den Bereichen Kunst und Kultur, Umwelt, Chancengleichheit, soziale Integration, Medien und Kommunikation, Europäisches Bewusstsein oder Drogenprävention.

Der Europäische Freiwilligendienst kann sowohl in EU-Mitgliedsländern sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Kroatien und der Türkei, als auch in benachbarten Partnerländern (in Osteuropa und Kaukasus, Südosteuropa und Ländern des Mittelmeerraums) durchgeführt werden.

Grundlage für den Einsatz im Europäischen Freiwilligendienst ist eine Partnerschaft zwischen dem/der Freiwilligen, einer Entsendeorganisation und einer Aufnahmeorganisation. Im Prinzip kann jede gemeinnützige Einrichtung und jede öffentliche Stelle die Rolle einer Entsendeorganisation oder eines Aufnahmeprojekts übernehmen. 

Der EFD bietet keine Praktikumsmöglichkeit im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums. 

Die EU-Kommission hat eine europaweite Datenbank für anerkannte Aufnahmeprojekte zum EFD eingerichtet, die regelmäßig aktualisiert wird. Die Datenbank ist geordnet nach Themen, Ländern, Datum der Anerkennung als Aufnahmeprojekt und mehr. 


Voraussetzungen:
Der Europäische Freiwilligendienst ist offen für junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren aus allen Programmländern und den förderfähigen Drittländern. Ein bestimmter Bildungsabschluss ist nicht Voraussetzung für die Teilnahme. 


Vorbereitung und pädagogische Begleitung:
Die Freiwilligen nehmen an einem Ausreiseseminar im Heimatland, Einführungsseminar im Gastgeberland und einem Seminar zur Zwischenauswertung teil. 

Das Ausreiseseminar findet im Heimatland statt: In einem dreitägigen Seminar werden die zukünftigen Freiwilligen in einer Gruppe auf ihren Dienst vorbereitet und knüpfen hierbei erste Kontakte untereinander. Sie setzten sich dabei mit den Ansprüchen, der Philosophie des Europäischen Freiwilligendienstes auseinander und reflektieren gemeinsam ihre Erwartungen und Hoffnungen an den Freiwilligendienst und ihre zukünftigen Aufnahmeprojekte. Sie thematisieren ihre mit der neuen Herausforderung verbundenen Ängste und erhalten Informationen über ihre Rechte und Pflichten sowie zu den Rahmenbedingungen des Dienstes. 

Das Einführungstraining findet im Gastgeberland statt: Die Freiwilligen werden in diesem Training auf ihren Aufenthalt im Gastgeberland vorbereitet. Hierzu gehört die Sensibilisierung für interkulturelle Aspekte ebenso wie die Stärkung der sozialen Kompetenz (Konfliktmanagement im Projekt, Kommunikation) und die Unterstützung zur Bildung von Netzwerken der Freiwilligen untereinander. 

Die Zwischenauswertung findet im Gastgeberland statt: Das mehrtägige Treffen ermöglicht es den Freiwilligen auf etwa halber Strecke andere Freiwillige wiederzutreffen und Erfahrungen auszutauschen. Spezielle individuelle oder allgemeine Fragestellungen können vertieft und mögliche Krisenintervention erörtert werden.

Leistungen:
Der Europäische Freiwilligendienst ist kostenlos. Das Entsendeprojekt kümmert sich um Auswahl, Vor – und Nachbereitung und die eigentliche Entsendung von Freiwilligen. Das Aufnahmeprojekt sorgt für die Einrichtung der Einsatzstelle, Kost und Logis, einen Sprachkurs sowie die persönliche Unterstützung und Begleitung der Freiwilligen. 

Sprachkurs, Reisekosten, Unterbingung und Verpflegung sind frei. Gezahlt wird außerdem ein monatliches Taschengeld. 

Die Freiwilligen werden für die Dienstzeit krankenversichert und erhalten eine Unfall/Invaliditäts- und Haftpflichtversicherung. Das Kindergeld wird weiter gezahlt. 


Rückkehr:
Die dreitägigen Rückkehrerseminare des EFD finden innerhalb von 2 Monaten nach der Rückkehr im Heimatland statt und die Teilnahme ist für Freiwillige Pflicht. Bei der Auswertung der Erfahrungen spielen Aspekte des persönlichen und beruflichen Werdegangs und des gesellschaftlichen Engagements ebenso eine Rolle wie Beratungsangebote zu Folgemaßnahmen nach dem Dienstende, die durch das Aktionsprogramm JUGEND in Aktion 3 gefördert werden können. 

Dazu gehört z.B. das Programm Future Capital. Es richtet sich speziell an Rückkehrer/innen des EFP und wird von der EU für ein Jahr mit bis zu 5000€ gefördert. Die ehemaligen EFP-Freiwilligen sind hier gefragt, ihre Erfahrungen aus ihrem Einsatz in ein Projekt umzusetzen und neue Ideen zu entwickeln. Bedingungen sind u.a. dass das Projekt für andere junge Menschen oder eine lokale Gemeinschaft von Nutzen ist oder einen beruflichen Einstieg darstellt. Es sollte zu Themen stattfinden, die eine Verbindung zu den früheren Tätigkeiten im EFD haben. Bei der Antragstellung bietet Jugend für Europa Unterstützung an.  


Weitere Informationen: 

"Tapetenwechsel" - Info-Broschüre zum Europäischen Freiwilligendienst (PDF 4,5 MB) 

Internet:
 go4europe, Spezialseite zum EFD von Jugend für Europa, der deutschen Agentur für das EU-Progamm JUGEND IN AKTION 

www.youthreporter.eu - Geschichten aus 1000 und einem Europa (Erfahrungsberichte, Website von JUGEND für Europa zum europäischen Freiwilligendienst)

Der europäische Freiwilligendienst EFD:

Wie nutze ich die europäische EFD Datenbank?

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