Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V.

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12.07.2012

Standortfrage Entwicklungsdienst

Schwerpunktthema im AGEH Jahresbericht 2011


„Entwicklungsdienst ist ein zeitlich begrenzter Dienst ohne Erwerbsabsicht“, so die gängige Definition in der Sprache der staatlichen und kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Daran wurde bisher die Unterscheidung
zwischen Experten in der Entwicklungszusammenarbeit und Fachkräften der Personaldienste fest gemacht. Verbunden war dies – zumindest auf staatlicher Seite mit der Annahme einer höheren fachlichen Qualifikation und anspruchsvolleren Aufträgen der Experten.

Aber die Ansprüche an die Entwicklungs- und Friedensfachkräfte der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) sind in den letzten Jahrzehnten so gewachsen, die Aufgabenfelder so anspruchsvoll, dass sich die Grenzen zwischen dem was Entwicklungsfachkräfte und Experten tun verwischen. 

Mit der gestiegenen Professionalisierung des Entwicklungsdienstes hat sich zudem die Charakterisierung eines zeitlich begrenzten Dienstes relativiert. Eine große Anzahl von Fachkräften sieht inzwischen im Profil der Entwicklungsfachkraft eine auf Dauer angelegte berufliche Perspektive. In den Berufsbiographien reihen sich dann zahlreiche befristete Verträge mit unterschiedlichen Organisationen der EZ aneinander. Diese Entwicklung wird zum Teil von den Diensten selbst gefördert, weil viele Personalvorhaben aufgrund der komplexen Anforderungen heute von vorn herein Personen mit Auslandserfahrung suchen. 

Bleibt also die bereits erwähnte „fehlende Erwerbsabsicht“. Sie gilt vor allem als Garant dafür, dass durch den Entwicklungsdienst ein hohes persönliches Engagement die Zusammenarbeit prägt. Hat der Beitrag von Entwicklungsfachkräften allein schon dadurch einen eigenen Wert, dass persönliches Engagement unter erschwerten Bedingungen er bracht wird? Wohl kaum. 

Irgendwie hat jeder eine Vorstellung davon, was ein Entwicklungsdienst ist, aber zu fassen ist es nur schwer. Neben den defizitorientierten Beschreibungen „nicht so qualifiziert, nicht von Dauer, nicht so teuer“ bedarf es einer positiven Füllung, was den Entwicklungsdienst ausmacht. Vor allem die Personaldienste sind gefragt, Antworten zu geben, wollen sie in einer pluralen Gesellschaft, den Menschen, die sich auf einen Dienst in ihrem Rahmen einlassen, klare Orientierung geben und mit diesen gemeinsam ihren ureigenen Beitrag in der Entwicklungszusammenarbeit leisten. Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Umfeld der AGEH will sie daher zu einer Suchbewegung einladen und mit dem aktuellen Geschäftsbericht erste Impulse setzen.


Wichtig sind der AGEH dabei die Fragen:

  • Was verstehen wir allgemein unter Entwicklungsdienst?
  • Was bedeutet Entwicklungsdienst im kirchlichen Kontext?
  • Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die AGEH und ihre Fachkräfte?

Der Jahresbericht kann hier heruntergeladen werden

 


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