Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V.

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02.08.2012

Deutsche Entwicklungshilfe nicht an den Ärmsten ausgerichtet

aktueller „DATA Bericht“ von ONE


In vier Kategorien bewertet der „DATA Bericht“ die Qualität der Entwicklungspolitik von 15 EU-Staaten und der EU-Kommission. In nur einer der vier Kategorien schneidet Deutschland leicht überdurchschnittlich ab, nämlich bei der Zusammenarbeit mit und Stärkung von Institutionen der Partnerländer. Besonders schlechte Noten gibt es für die Schwerpunktsetzung der Entwicklungsarbeit der Bundesregierung:

„Deutschland arbeitet zu wenig in den wirklich ärmsten Ländern. Unter den Top-10 Empfängern deutscher Hilfe finden sich fünf G20-Staaten“, erläutert der Deutschlandchef von ONE, Tobias Kahler. Die Schaffung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit durch die Fusion von drei Organisationen bewertet ONE insgesamt hingegen als einen richtigen Schritt, durch den man sich für die Zukunft auch eine Entlastung der Regierungen der Partnerländer erwartet.

Besonders kritisch sieht ONE Deutschlands Abschneiden im Bereich „Transparenz“. Hier liege man den Zahlen nach zwar im Durchschnitt. Die zögerliche Umsetzung der internationalen Transparenzinitiative für die Entwicklungsfinanzierung (IATI) muss aus Sicht von ONE jedoch dringend beschleunigt werden. „2008 hat Deutschland mit anderen Ländern gemeinsam beschlossen, die eigenen Entwicklungszahlungen transparenter und international vergleichbarer zu machen. Das war vor fast vier Jahren. Bis heute gibt es noch nicht mal einen Umsetzungsplan dazu“, kritisiert Kahler. „Andere Länder sind hier deutlich weiter, Vorbild ist die EU-Kommission.“

Mit dem DATA Bericht beobachtet ONE seit 2006 die Einhaltung von Zusagen bezüglich höherer Finanzierung und Verbesserung der Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit.

Die gesamte Studie finden Sie im Internet unter www.one.org/databericht.


ONE ist eine Lobby- und Kampagnenorganisation, die gegen extreme Armut und vermeidbare Krankheiten - insbesondere in Afrika — kämpft.


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