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LHÜ-Info: September 2010

Nachrichten zur personellen Entwicklungszusammenarbeit, zu internationalen Freiwilligendiensten und zur entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit

MELDUNGEN DES ARBEITSKREISES

9/2992: Datenerhebung für die statistische Übersicht zu Personalvermittlungen 2009 abgeschlossen
132 Entsendeorganisationen, die Freiwillige in Projekte und Programme weltweit vermitteln sowie 61 Organisationen, die Fachkräfte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit entsenden, haben an der Erhebung teilgenommen. Derzeit werden die eingegangenen Daten beim AKLHÜ ausgewertet. Voraussichtlich Ende Oktober wird die vollständige Übersicht Online unter www.entwicklungsdienst.de und als Printversion zur Verfügung stehen. Die Erhebung wird unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

9/2993: NRW: Eine-Welt-Politik im Koalitionsvertrag
Unter der Überschrift „Zukunftsfähige Eine-Welt-Politik - gerecht, friedlich, nachhaltig“ hat die neue Regierung in Nordrhein-Westfalen ihre Pläne für die Entwicklungszusammenarbeit festgeschrieben. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Mit einer modernen und auf die aktuellen Herausforderungen reagierenden Eine-Welt-Politik wollen wir die den Bundesländern zukommende Rolle ausfüllen. Wir wollen in der Landespolitik entwicklungspolitische Kohärenz herstellen. Dazu sollen alle Ressorts der Landesregierung in ihrer Arbeit Eine-Welt-Aspekte stärker als bisher berücksichtigen.“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch die bessere Einbeziehung von Partnern: „Wir wollen die bei uns lebenden Menschen aus anderen Ländern stärker als Partner sichtbar machen und einbinden. Austausch- und Förderprogramme, gerade für junge Menschen, zum Beispiel im Rahmen des konkreten Friedensdienstes oder „weltwärts“, sollten gestärkt und um Reverselemente und Rückkehrerarbeit ergänzt werden“.
Download: www.nrwspd.de/db/docs/doc_30009_2010713112745.pdf

9/2994: Nachhaltigkeit und Verantwortung im DED: 2. Global Compact Fortschrittsbericht
Für den Deutschen Entwicklungsdienst (DED) ist die globale Durchsetzung der Menschenrechte nicht nur grundsätzliches Unternehmensziel, sondern übergeordneter Wertmaßstab allen Handelns. Die gezielte Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen in den DED-Partnerländern spielt im Zusammenhang mit Demokratie- und Friedensförderung, etwa in der Arbeit des Zivilen Friedensdienstes, traditionell eine wichtige Rolle. Der DED (www.ded.de) hat jetzt einen Global Compact-Fortschrittsbericht vorgelegt, in dem er über die Aktivitäten und Fortschritte seit Erscheinen der letzten Global Compact Fortschrittsmitteilung 2007 berichtet.

9/2995: Bundesregierung zum deutschen Engagement in der humanitären Hilfe
Die Bundesregierung hat ihr Engagement im Bereich der humanitären Hilfe in den Jahren 2006 bis 2009 deutlich gestärkt. Das berichtet sie in einer Unterrichtung (17/2725) an den Bundestag über die deutsche humanitäre Hilfe im Ausland 2006 bis 2009. So sei unter anderem das Volumen der finanziellen Leistungen gestiegen. Doch ”trotz aller Erfolge“ konstatiert die Bundesregierung auch, dass die aus öffentlichen Mitteln gewährte humanitäre Hilfe aus Deutschland im internationalen Vergleich, ungeachtet der Steigerungen, noch gering sei. Der Bericht beschreibt ausführlich das Aufgabenspektrum und die Akteure der humanitären Hilfe der Bundesregierung, die humanitäre Hilfe der Bundesländer, von deutschen nichtstaatlichen Organisationen und die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich. Quelle: Heute im Bundestag - hib Nr. 275

9/2996: Bisher 2,7 Milliarden Euro für Mikrofinanzierung
Mikrofinanzierung in Entwicklungsländern ist ein effektives Instrument zur Erreichung der UN-Millennium-Entwicklungsziele. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/2680) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (17/2527). Der Zugang zu Mikrokrediten und anderen Finanzdienstleistungen wie Sparmöglichkeiten erhöhe die Einkommen. Deutschland habe zur Förderung des Bereichs ”Finanzsystementwicklung und Mikrofinanzierung“ zwischen 2003 und 2009 jährlich im Durchschnitt 145 Mio. Euro bereitgestellt. Die Summe aller jemals in diesem Bereich geförderten Projekte betrage 2,7 Mrd. Euro. Der größte Teil davon sei nach Asien geflossen (1,2 Milliarden Euro), während Afrika rund 636 Mio. Euro erhalten habe. Quelle: hib - heute im bundestag Nr. 265

 

FREIWILLIGENDIENSTE

9/2997: Eurodesk stellt Online-Auslandsberater vor
Welche Auslandsaufenthalte können auch kurzfristig noch realisiert werden? Welche Programmarten kommen für Jugendliche ab 16 in Frage? Gibt es vielleicht Fördermöglichkeiten? Orientierung in diesen und ähnlichen Fragen bietet jetzt der Online-Auslandsberater von Eurodesk Deutschland unter www.rausvonzuhaus.de/wai1/auslandtest.asp. Anhand von sieben Fragen u.a. zu Alter, Aufenthaltsdauer, Ausbildungsstand und Reiseziel ermittelt das Online-Tool die passenden Programmarten und Fördermöglichkeiten. Alle Angaben werden anonym erfasst. Die Ergebnisse des Systems sind programmneutral, trägerübergreifend und berücksichtigen insbesondere Förderprogramme und Stipendien.

9/2998: Fachtagung: Qualitätssicherung von Praktika im transnationalen Kontext
Am 09. November 2010 findet in Bonn die “Fachtagung zur Qualitätssicherung von Praktika im transnationalen Kontext“ statt. Die Tagung will das Thema Qualität bei transnationalen Auslandspraktika stärker in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit rücken. Anhand eines konkreten Produkts – dem QualitätsCheck Auslandpraktikum – sollen Anforderungen, Qualitätskriterien und Rahmenbedingungen für Praktika im Ausland diskutiert werden. Veranstaltet wird die Fachtagung vom Arbeitskreis Wege ins Ausland. Dazu gehören der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD), die International Association for the Exchange of Students for Technical Experience (IAESTE), die InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, Eurodesk Deutschland / IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., Euroguidance und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV). Die Tagung richtet sich an Vertreter/-innen aus Politik, Forschung und Wirtschaft, Beratungsstellen Vermittlungsorganisationen, Anbieter von Auslandspraktika sowie Praktikumsinteressierte. Anmeldefrist: 10. September 2010
Weitere Informationen: www.wege-ins-ausland.org

9/2999: Experiment e.V. bietet Gastfamilienaufenthalt weltweit - Teilstipendien für Erwachsene möglich
Der Aufenthalt in einer Gastfamilie gewährt einen tiefen Einblick in die Seele eines Landes. Durch den engen Kontakt und das gemeinsame Leben mit den Einheimischen lernt der Reisende den Alltag in seinem Gastland unmittelbar kennen. In 19 Ländern können Erwachsene als „Familienmitglied auf Zeit“ diese interkulturelle Begegnung erleben. Sensibilität, Neugier, Toleranz und Humor sind Voraussetzungen für diese individuelle Art zu reisen – auch für die Gastgeber, denn sie sind bereit, einen wildfremden Menschen bei sich aufzunehmen. Experiment e.V. will besonders Erwachsene für diese Möglichkeit, Land- und Leute kennenzulernen, begeistern und schreibt sechs eigenfinanzierte Teilstipendien in Höhe von 250 Euro aus.
Weitere Informationen: www.experiment-ev.de

9/3000: EU-Visa-Kodex bringt auch Erleichterungen für internationale Jugendarbeit
Seit April gelten für die Länder des Schengen-Raums einheitliche Regeln für die Visa-Ausstellung. Damit verbundene neue Regelungen machen auch Trägern internationaler Projekte mit Jugendlichen und Jugendarbeitern die Beantragung von Visa einfacher. Ab jetzt ist die Ausstellung eines Kurzzeitvisums (bis maximal 90 Tage) für alle Teilnehmer aus Drittstaaten mit Visumspflicht kostenlos. Bedingung: die Teilnehmenden sind nicht älter als 25 Jahre und nehmen an einem Projekt teil, das von einer Non-profit-Organisation in einem der Schengen-Länder veranstaltet wird. Die Antragsteller haben ein Recht darauf, innerhalb von zwei Wochen nach Beantragung eines Visums eine Antwort bzw. einen Termin zu erhalten. Das einheitliche Antragsformular wurde vereinfacht. Ab dem 5. April 2011 muss die Ablehnung eines Antrags begründet werden. Die Antragsteller haben dann auch Recht auf Widerspruch.
Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/belgium/news/100331_justice_de.htm

9/3001: Ausschreibung Freiwilligenkolleg 2011
Mit dem Freiwilligenkolleg fördert die Robert Bosch Stiftung 20 junge Erwachsene, die durch besondere Fähigkeiten und außerordentliches freiwilliges Engagement auf sich aufmerksam gemacht haben. Durchgeführt wird das Kolleg vom Förderverein für Jugend und Sozialarbeit e.V. Gesucht werden motivierte Freiwillige, die in drei intensiven Studienwochen zusätzliche Fähigkeiten für ihre persönliche Entwicklung erwerben wollen und sich auch nach dem Abschluss des Freiwilligendienstes für gesellschaftliche Aufgaben engagieren. Interessierte sollten zwischen 18 und 25 Jahre alt sein, einen Freiwilligendienst abgeschlossen haben oder im Jahr 2010 abschließen. Bewerbungen aus dem Ausland sind möglich, wenn der Freiwilligendienst in Deutschland geleistet wurde und sehr gute Deutschkenntnisse vorliegen. Bewerbungsschluss ist der 15.10.2010.
Weitere Informationen: www.freiwilligenkolleg.de

 

BILDUNGSARBEIT

9/3002: Während der Lehre ins Ausland
Immer mehr Jugendliche wollen einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stockt das europäische Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI deshalb in diesem Jahr um rund drei Millionen Euro auf. Für das nationale Zusatzprogramm LEO plus bedeutet das mehr als eine Verdreifachung der Mittel im Vergleich zu 2009, als 800.000 Euro in das Programm flossen. Dadurch steigt die Zahl der geförderten Auszubildenden 2010 um mehr als 2.000. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, drei bis neun Monate in einem ausländischen Betrieb zu verbringen und fachliche, sprachliche und soziale Zusatzqualifikationen zu erwerben. Das BMBF fördert darüber hinaus bilaterale Austauschprogramme in der beruflichen Bildung mit Frankreich, Großbritannien, Norwegen und den Niederlanden.
Weitere Informationen: www.na-bibb.de/leonardo_da_vinci_3.html

9/3003: Internationale Klimaschutzstipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung
Die Internationalen Klimaschutzstipendien ermöglichen Nachwuchsführungskräften aus einem außereuropäischen Schwellen- oder Entwicklungsland einen einjährigen Aufenthalt in Deutschland zur Durchführung eines forschungsnahen Projekts eigener Wahl. Interessierte sollten als Nachwuchsführungskraft im Themenfeld Klima- und Ressourcenschutz in ihrem Land in Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung tätig sein. Neben Bewerbern mit einer natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung werden insbesondere auch Nachwuchskräfte, die sich mit rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen des Klimawandels beschäftigen, zur Teilnahme an diesem Programm ermuntert. Finanziert wird es im Rahmen der internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Bewerbungsschluss: 15. Dezember 2010.
Weitere Informationen: www.humboldt-foundation.de/web/IKS.html

9/3004: Multilaterales Fachkräfteprogramm  - Qualifizierungsmaßnahme in Japan
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde vom Büro des japanischen Ministerpräsidenten (Cabinet Office) eingeladen, junge deutsche Multiplikatoren vorzugsweise aus dem Bereich der freien Träger, für o.g. multilaterales Fachkräfteprogramm „Soziale Aktivitäten und bürgerschaftliches Engagement“ in Japan im Februar 2011 zu gewinnen. IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) sind seitens des BMFSFJ beauftragt worden, diese Aktivität verantwortlich zu koordinieren. Ziel dieses multilateralen bereichsübergreifenden Programms in Japan ist es, das bürgerschaftliche Engagement und die Netzwerkbildung in den Bereichen Jugend, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung zu stärken. Bewerbungsschluss bei IJAB ist der 10.10.2010
Ausführliche Informationen und Unterlagen zum Programm: www.ijab.de 

 

VERANSTALTUNGEN / SONSTIGE HINWEISE

9/3005: 7. "Continental-Studentenumfrage": Mobilitätsbereitschaft für Auslands-Jobs ist stark gesunken
Möglicherweise als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise ist bei angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler/innen die Bereitschaft für einen Auslandsjob erneut gesunken. Dies gilt insbesondere für mögliche Einsatzgebiete in Osteuropa oder Asien. Mit dem höchsten Ablehnungswert seit Beginn der Umfrage halten es 64,3 Prozent (2004: 43,9 Prozent) für "eher unwahrscheinlich" bzw. können es sich "ganz bestimmt nicht" vorstellen, eine Tätigkeit in Ländern dieser Regionen anzunehmen. Bei der gezielten Frage nach der Bereitschaft, in osteuropäischen Ländern zu arbeiten, die wie zum Beispiel Rumänien seit 2007 EU-Mitglieder sind, lehnen sogar 74 Prozent (2004: 64,1 Prozent) ab. Ähnlich große Ablehnung erfahren die Wachstumsländer China mit 64,6 Prozent (2006: 48,9 Prozent) und auch Südamerika einschließlich Brasilien mit 48,6 Prozent (2004: 37,7 Prozent). Sogar die Schweiz und USA verlieren kräftig an Zugkraft. Im Auftrag des Automobilzulieferers Continental hatte TNS/Infratest rund 1.000 Studentinnen und Studenten nach ihren Ansichten zu Karriere, Arbeitswelt und Hochschulthemen befragt.
Weitere Informationen: www.continental-presse.de, Download der Präsentation

9/3006: 2. Stuttgarter Forum für Entwicklung
Titel des 2. Stuttgarter Forums für Entwicklung am 22. Oktober ist „Migration weltweit – Impulse für Entwicklung“. Migration wird vielfach als eine Folge von Armut wahrgenommen. Sie ist aber auch Ausdruck zunehmender Angleichung ökonomischer Systeme, Internationalisierung des Handels, Globalisierung der Bildungsstandards und Wohlstandserwartungen. Entsprechend kann internationale Migration viel Potenzial für Entwicklungsprozesse bergen. Diese Chancen und Potenziale stehen im Fokus der Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträge. Veranstalter sind die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie zahlreiche weitere namhafte Institutionen der Entwicklungspolitik.
Weitere Informationen: www.sez.de.

9/3007: Handbuch zu Menschenrechtsverletzungen – aktualisierte Auflage erschienen
Das von der Deutschen UNESCO-Kommission und der DGVN herausgegebene Handbuch "How to File Complaints in Human Rights Violations" informiert über die Menschenrechtsverfahren der Vereinten Nationen, der UNESCO und der ILO. Es liefert Formblätter für Beschwerden und Hinweise für die Menschenrechtsarbeit. Die Publikation klärt auf, wie Nichtregierungsorganisationen, Einzelpersonen und Opfer bei Menschenrechtsverletzungen verfahren können. Das Handbuch steht unter www.unesco.de/c_humanrights/ online zur Verfügung.


Impressum
Herausgeber: Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V., www.entwicklungsdienst.de
Redaktion: Karoline Wiemers-Meyer (V.i.S.d.P.), Tel.: 0228-9089910, aklhue@entwicklungsdienst.de
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 30.09.2010
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