Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V.

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20.03.2017

GIZ-Evaluierung des Sicherheits- und Risikomanagements

Ergebnisse ziehen Maßnahmenkatalog nach sich


Im Rahmen einer im Jahr 2015 durchgeführten Unternehmensweiten Evaluierung (USE) hat die GIZ ihr Sicherheits- und Risikomanagement umfangreich auf den Prüfstein gestellt. Ziel der Evaluierung war es, auf der Grundlage einer Prüfung existierender GIZ-Strukturen, Hinweise und Vorschläge zu erhalten, wie Standards, Instrumente und Strukturen des Sicherheitsrisiko-Managements (SRM) so weiter entwickelt werden müssen, dass die Gratwanderung zwischen den Anforderungen an personeller Sicherheit einerseits und Geschäftstätigkeit des Unternehmens andererseits gelingen kann.

Der Evaluierung vorangestellt wurde eine Analyse aktueller und künftiger Risikoszenarien der Internationalen Zusammenarbeit (IZ) in fragilen Staaten sowie die daraus abgeleiteten speziellen Risiken im Arbeitskontext der GIZ. Auf der Basis von Gesprächen sowie durch fokussierte Fallstudien (Kenia, Mali, Honduras, Pakistan) wurde dann geprüft, wie die GIZ-Policy und Handreichungen im Arbeitskontext in Krisen- und Konfliktländern umgesetzt werden. Abgeglichen wurden diese Ergebnisse anschließend im Rahmen eines internationalen Benchmarkings mit den Strukturen und Erfahrungen anderer Akteure der internationalen Zusammenarbeit und humanitären Hilfe (unter anderem UN, DFID, DANIDA, Save the Children).

Ein wesentliches Ergebnis der Evaluierung war, dass das System des GIZ-Sicherheits- und Risikomanagements internationalen Standards entspricht, jedoch nicht in allen Einsatzländern entsprechend dieser Standards umgesetzt wird. Es gilt also, die Verbindlichkeit der Umsetzung der SRM Standards zu erhöhen, auch um die Etablierung kleinteiliger Insellösungen zu vermeiden. Des Weiteren wurde festgestellt, dass das Risikobewusstsein der MitarbeiterInnen beziehungsweise die Sicherheitskultur in der GIZ bisher nicht flächendeckend die vorhandenen Risiken in den vielen fragilen Kontexten, in welchen die GIZ-Vorhaben umsetzt, reflektiert. Dies geht einher mit der Erkenntnis, dass Sicherheit nicht nur ein „add-on“ ist, sondern bereits zu einem frühen Zeitpunkt in die Planung neuer Vorhaben einbezogen werden muss um eine sichere und effektive Umsetzung zu gewährleisten.

Als Reaktion auf die Ergebnisse der USE hat der GIZ Vorstand im Jahr 2016 einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Stärkung des SRM auf Zentralenebene und in der Außenstruktur verabschiedet. Ein Maßnahmenelement und klares Zeichen an die GIZ-Mitarbeiterschaft ist die Einrichtung der neuen Stabsstelle Unternehmenssicherheit, welche direkt an die Vorstandssprecherin der GIZ berichtet.

Neben einer Gruppe von Beratern, welche unter anderem die GIZ-Regionalbereiche und Landesdirektionen zu Fragen des operativen SRM beraten sowie das GIZ-Krisenmanagement koordinieren, umfasst die Stabsstelle eine neue Analyseeinheit. Kernauftrag dieser Einheit ist die Analyse und Bewertung von sicherheitsrelevanten Entwicklungen in Ländern und Regionen, in welchen die GIZ tätig ist. Die Einheit soll dabei Erkenntnisse aus den GIZ-Landesdirektionen sowie von vor Ort tätigen Sicherheitsberatern mit externen Quellen verbinden. Die erarbeiteten Sicherheitsrisikoanalysen sollen zukünftig in die strategische Vorbereitung von Portfolien in neuen Kontexten sowie bei der Bewertung von Projektanträgen hinsichtlich notwendiger Sicherheitskonzepte und der zu kalkulierenden Sicherheitskosten einfließen.

Des Weiteren garantiert eine enge Abstimmung der Stabsstelle mit anderen GIZ-Organisationseinheiten zu den unterschiedlichen Risikodimensionen (Kaufmännisch, Personal, Projektumsetzung, Reputation, Sicherheit), dass der angesprochene Spagat zwischen Erhalt der Geschäftstätigkeit und personeller Sicherheit kein leeres Versprechen bleibt.

Weitere Informationen:

Regina Bauerochse Barbosa, GIZ
regina.bauerochse(at)giz.de

Links und Literatur:

GIZ-Webseite: Sicherheit des Personals

Website des European Interagency Security Forum

Operational Security Management in Violent Environments
Humanitarian Practice Network | Dezember 2010

Quelle FriEnt-Impulse


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