Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V.

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LHÜ-Info Juni 2013

Nachrichten zur personellen Entwicklungszusammenarbeit, zu internationalen Freiwilligendiensten und zur entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit

MELDUNGEN DES ARBEITSKREISES

6/3606: AKLHÜ beim Internationalen und interkulturellen Kultur- und Begegnungsfest in Bonn
Das 4. internationale und interkulturelle Kultur- und Begegnungsfest der Stadt Bonn findet am 30. Juni auf dem Markt- und dem Münsterplatz statt. Hier präsentieren fast hundert Vereine und Organisationen ihre Programme und Aktivitäten. Der AKLHÜ berät und informiert an einem gemeinsamen Stand mit IJAB/Eurodesk und dem Freiwilligendienst "kulturweit" zu internationalen Einsatzmöglichkeiten.

6/3607: 1.304 Entwicklungshelferinnen und -helfer in Programmen der EZ im Einsatz
Ende 2012 standen bei den sieben anerkannten Entwicklungsdiensten 1.304 berufserfahrene Fachkräfte - 691 Männer und 613 Frauen - unter Vertrag. 247 von ihnen sind als Friedensfachkräfte im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) im Einsatz. 677 Entwicklungshelferinnen und -helfer (EH) arbeiten in Afrika, 282 in Lateinamerika, 236 in Asien/Ozeanien, und 114 in Osteuropa/Naher Osten. Mehr als die Hälfte der EH sind 41 Jahre und älter. Im Durchschnitt arbeiten sie 35 Monate in Projekten und Programmen verschiedenster Partnerorganisationen in Entwicklungsländern mit. Die sieben nach dem Entwicklungshelfer-Gesetz anerkannten Entwicklungsdienste sind: Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH), Brot für die Welt (BfdW/EED), Christliche Fachkräfte International (CFI), Entwicklungsdienst der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), EIRENE, Forum Ziviler Friedensdienst (forumZFD) und Weltfriedensdienst (WFD).


ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT

6/3608: Orientierung für Bundeswehr und NRO - neue VENRO-Publikation
Die Handreichung mit Empfehlungen für die Interaktion ist das Ergebnis eines zweijährigen Dialogprozesses zwischen einer Gruppe von VENRO-Mitgliedsorganisationen und dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) unter Beteiligung von Auswärtigem Amt (AA)und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel war es, die sehr unterschiedlichen Prinzipien und Mandate anzuerkennen und konkrete Verhaltensweisen vor und in dem Einsatz- oder Arbeitsgebiet vorzuschlagen. weiter lesen

6/3609: Konfliktanalyse in der Friedensförderung – neues Tool mit subjektiver Perspektive
Die von Fastenopfer und DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) herausgegebene psychosoziale Konfliktanalyse ist ein Evaluations- und Selbstevaluationsinstrument, das Teile des Do No Harm-Ansatzes nach Mary Anderson mit dem psychosozialen Ansatz verbindet. Sie kann sowohl auf Teamebene als auch auf Projekt- und Programmebene angewendet werden. Die psychosoziale Konfliktanalyse dient dazu, das Verständnis von Konflikten und den Umgang mit ihnen im Projektumfeld zu verbessern und die konflikttransformierende Wirkung der Arbeit zu erhöhen. weiter lesen

6/3610: Entwicklungszusammenarbeit - Kritisch nachgefragt
Mit einer Broschüre, die Kritik und oft gehörte Vorwürfe zur EZ in Form eines Fragen und Antworten Kataloges darstellt, möchte die österreichische Dachorganisation GLOBALE VERANTWORTUNG zu Transparenz und einem besseren Verständnis für und von Entwicklungszusammenarbeit beitragen. Die Broschüre stellt den Versuch dar, auf häufig vorkommende, oft sehr pauschalierende Fragen und Haltungen sachlich und erklärend zu antworten. weiter lesen

6/3611: Dreieckskooperationen in der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit
Ziel des BMZ-Positionspapiers ist es, einen Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und unterschiedlichen Modelle von Dreieckskooperationen (DEK) zu geben. Darauf aufbauend werden Chancen und Risiken von DEKs für die beteiligten Partner sowie Problemfelder und potenzielle Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Interne Verfahrensfragen werden in einem separaten Anhang diskutiert. Dem BMZ und seinen Durchführungsorganisationen (DOs) dient dieses Positionspapier als Hilfestellung und zur Orientierung in der Planung und Umsetzung von DEKs. weiter lesen

6/3612: Mainzer Beiträge zur Afrikaforschung: "The NGOisation of education"
Basierend auf vier Fallstudien in Benin analysiert die deutsche Sozialanthropologin Sarah Fichtner die Prozesse der Verlagerung der Bildung aus der staatlichen Verantwortung zu nichtstaatlichen Organisationen. NRO wird in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) seit geraumer Zeit zugeschrieben, effizienter, weniger korrupt und näher bei den Zielgruppen als staatliche Institutionen zu sein. Im Bereich der Bildung widmet sich die nichtstaatliche EZ gemäß Fichtners Erkenntnissen vor allem der Förderung, Verbreitung und Verwaltung globaler Modelle, Normen und Standards und weniger der Bereitstellung von Leistungen für die "Armen". Fichtner entwickelt eine Gegenperspektive zu fremd- und geberbestimmter Bildungshilfe. The NGOisation of education, ISBN 3-89645-831-0

6/3613: BMZ-Strategiepapier mit Eckpunkten für die multilaterale Entwicklungspolitik
Im Eckpunktepapier für die multilaterale Entwicklungspolitik werden aus den selbstgesteckten Zielen des BMZ konkrete Eckpunkte für die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen abgeleitet und die nächsten Schritte zu deren Umsetzung aufgezeigt. Es richtet sich an Durchführungsorganisationen, wichtige bilaterale Partner, multilaterale Organisationen und an die entwicklungspolitisch interessierte deutsche Öffentlichkeit.

6/3614: Policy Note des ÖFSE: Die entwicklungspolitischen Wirkungen von Bildung
Ist Bildung ein zentraler Motor von Entwicklungsprozessen? Diese Frage wird in der EZ traditionell mit "Ja" beantwortet. Die wissenschaftliche Diskussion ist differenzierter und verweist durchaus auf fehlende oder unerwünschte Resultate von Bildungsprozessen. Die vorliegende Policy Note möchte die Frage der entwicklungspolitischen Wirkungen von Bildung erneut stellen und dabei die breite und kontrovers geführte wissenschaftliche Diskussion einfließen lassen. Grundlage hierfür sind die Ergebnisse einer - noch nicht veröffentlichten - Literaturstudie, die im Auftrag der deutschen EZ durchgeführt wurde . Die Studie untersuchte die Wirkung von Bildung in den Bereichen wirtschaftliche Entwicklung (Einkommen, Wachstum, Armutsminderung), menschliche Entwicklung (Gesundheit, sozialer Zusammenhalt, Empowerment), Governance (Demokratieentwicklung, Konflikte) und Gender. weiter lesen

6/3615: iXPOS-Spezial "Neue Märkte in Afrika"
Hohe Wachstumsraten, Branchen mit Potenzial über den Rohstoffsektor hinaus sowie stabilere Rahmenbedingungen wecken das Interesse der deutschen Wirtschaft. Selbst wenn die Risiken auf dem Nachbarkontinent bestehen bleiben - nun zählen auch die Chancen. Nach einer Untersuchung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e.V. (DIHK) gibt erstmals mehr als jedes Fünfte der außenwirtschaftlich engagierten deutschen Unternehmen an, mit Afrika Geschäfte zu machen. Neben Südafrika rücken dabei zunehmend andere Märkte auf dem schwarzen Kontinent in das Blickfeld der deutschen Betriebe. Im aktuellen iXPOS-Spezial "Neue Märkte in Afrika" wurden die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengestellt. iXPOS ist ein Service der Germany Trade & Invest.

6/3616: Erster Beschaffungsbericht der GIZ veröffentlicht
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH veröffentlicht erstmals den "Bericht über die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen und den Abschluss von Finanzierungsverträgen". Dieser gibt einen Überblick über die Vergaben der GIZ, differenziert nach Region, Sektor und Art der Auftragnehmer. Der Bericht gibt detailliert darüber Aufschluss, in welchen lokalen Märkten die GIZ besonders aktiv ist oder wer ihre 100-Top-Dienstleister und -Lieferanten sind.


FREIWILLIGENDIENSTE

6/3617: Studie zur pädagogischen Vorbereitung und Begleitung von weltwärts-Freiwilligen
Die Studie geht der Frage nach, was Vorbereitung und Begleitung vor dem Hintergrund von Kolonialgeschichte und weiterhin ungleicher Machtverteilung im globalen Raum bedenken sollte, um Freiwillige für die Dilemmata von aus dem Norden kommen und in den Süden gehen zu sensibilisieren und Lernerfahrungen gleichermaßen für Freiwillige und Projektbeteiligte zu ermöglichen. Friederike Walther: Freiwilligendienste in Ländern des globalen Südens – Pädagogische Vorbereitung und Begleitung am Beispiel von "weltwärts", März 2013, ISBN-13: 978-3-942720-14-4

6/3618: Anteil der Älteren im Bundesfreiwilligendienst wächst
Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) sind zwei Jahre nach der Einführung etwa 40 Prozent der Freiwilligen 27 Jahre und älter, in den östlichen Bundesländern sogar bis zu 86 Prozent. Das ergibt eine aktuelle Studie des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg und der Hertie School of Governance in Berlin. "Der Dienst spricht unerwartet stark eine neue Zielgruppe an. Vor allem Personen zwischen 27 und 65 Jahren engagieren sich zunehmend". Die Autorinnen identifizieren drei Hauptgründe, die ältere Freiwillige zur Teilnahme am BFD motivieren: Sie sehen den Dienst als Qualifizierungsmöglichkeit, als Alternative zur Erwerbsarbeit oder fühlen sich von der sinnstiftenden Tätigkeit besonders angesprochen. weiter lesen

6/3619: Mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm in die USA
Mit dem einjährigen USA-Aufenthalt, einer Kombination aus Collegebesuch und berufsbezogenem Praktikum, ermöglicht das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) auch 2014 wieder 275 SchülerInnen und 75 deutschen Nachwuchskräften, den "American Way of Life" vor Ort zu erleben. Bewerben können sich junge Berufstätige mit abgeschlossener Berufsausbildung und Auszubildende im letzten Berufsausbildungsjahr. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf handwerklichen, technischen und kaufmännischen Berufen. Außerdem willkommen sind junge Landwirte und Winzer. weiter lesen

6/3620: DIW-Studie: Einkommen der Eltern entscheidet über Auslandsaufenthalte von Schülern
Die Studie zeigt: Vor allem die materiellen Ressourcen des Elternhauses spielen eine zentrale Rolle bei der Entscheidung, den Nachwuchs ins Ausland zu schicken und damit dessen Chancen auf dem Arbeitsmakt zu erhöhen. In Deutschland hat sich die Zahl der von etwa 60 Anbietern organisierten Auslandsaufenthalte für Schüler von 2001 bis 2011 von 14.000 auf 19.000 erhöht. Gleichzeitig haben Fertigkeiten wie Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen, sogenanntes transnationales Humankapital, auf dem globalisierten Arbeitsmarkt an Bedeutung gewonnen. Das zeigt eine Analyse von Stellenanzeigen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die die Autoren vorgenommen haben. Demnach sind internationale Erfahrungen und die Bereitschaft, weltweit zu arbeiten, zunehmend gefragte Einstellungskriterien. Sie wurden in fast 20 Prozent aller Anzeigen aus dem Jahr 2010 verlangt, während es 1960 nur zwei Prozent gewesen waren. weiter lesen


ENTWICKLUNGSPOLITISCHE BILDUNG / AUSBILDUNG

6/3621: Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen eingeführt
Der Deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) bildet in der akademischen und in der beruflichen Bildung erzielte Lernergebnisse bildungsbereichsübergreifend ab und bietet so einen Rahmen für lebenslanges Lernen. Er wird als Transparenzinstrument dienen, das es ermöglicht, Qualifikationen aus allen Bereichen der Bildung sowohl in Deutschland als auch in Europa zu vergleichen und verständlicher zu machen. weiter lesen

6/3622: www.1welt4you.de – Misereor-Website für Schülerinnen und Schüler
Auf der MISEREOR-Webseite für Schülerinnen und Schüler finden sich Bausteine für Referate und Facharbeiten mit Länder-Menschen-Themen aus der Einen Welt. Für die Klassen 5 bis 8 sind die Themen Hunger, Armut, Straßenkinder und Kinderarbeit anschaulich aufbereitet. Die Informationen werden durch Videos, Downloads von Texten und Fotos, einer Weltkarte zu Projekten von Misereor und einem Quiz untermauert. Für die Klassen 9 bis 13 werden die Themen Hunger, Klimawandel, Armut und Menschenrechte angeboten.

6/3623: Interkulturelle Kommunikation und Konfliktlösung - offenes Seminarangebot von InterCultur
Gerade im Konfliktverhalten, treten kulturelle Unterschiede in der Regel sehr deutlich zutage und können zum Problem für das Miteinander in multikulturellen Gruppen werden. Das zweitägige Seminar "Interkulturelle Kommunikation und Konfliktlösung" von InterCultur richtet sich daher an alle, die privat oder beruflich mit Menschen anderer Kulturkreise in Berührung kommen und sich eingehend mit den dadurch bedingten unterschiedlichen Denkmustern, Wertvorstellungen sowie verschiedenen Kommunikations- und Konfliktstilen auseinandersetzen wollen.

6/3624: Förderung von Nord-Süd-Schulpartnerschaften durch Brot für die Welt/EED
Entwicklungspolitische und ökumenische Lernreisen ermöglichen Begegnungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen und tragen damit zum Dialog zwischen Nord und Süd bei. Deshalb fördert Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst auch Lernreisen / Begegnungsprogramme mit Partnern aus Ländern des Südens in Deutschland und in Ländern des Südens. Das gilt auch für Begegnungsprogramme im Rahmen von Schulpartnerschaften.


TIPPS und TERMINE

6/3625: DZI und VENRO geben Handreichung zu Ethik in Spendenmailings heraus
 Das Deutsche Institut für soziale Fragen (DZI) und VENRO haben gemeinsam eine Handreichung zur Ethik der Spendenmailings herausgegeben. Die Handreichung verfolgt das Ziel, eine praxisgerechte Ausgestaltung und Anwendung von Leitlinien und Kodizes, wie dem VENRO-Verhaltenskodex zu Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle, zu erleichtern. weiter lesen

6/3626: OECD-Richtlinien zur Evaluation von Friedensförderung
Das Development Assistance Committee (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat kürzlich neue internationale Richtlinien zu "Evaluating Peacebuilding Activities in Settings of Conflict and Fragility: Improving Learning for Results" herausgegeben.

6/3627: Buchtipp: Global matters for non-governmental public action
Europäische, asiatische und australische Soziologen und Politologen analysieren in Fallstudien die Erfolgskriterien der Aktivitäten von nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) bei der Durchsetzung von Veränderungen im nationalen und internationalen Rahmen. Durchleuchtet werden die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Realisierung von Kinderrechten in Argentinien, die NGO-Kampagnen für die Sicherung des Zugangs von Entwicklungsländern zu erschwinglichen Medikamenten und die konfliktträchtigen Beziehungen zwischen in Industrieländern und in Entwicklungsländern situierten NGOs. Ausgeleuchtet werden die aus Antiterrorgesetzen resultierenden Erschwernisse für NGO-Aktivitäten und der Einfluss von Großspendern auf die Ausrichtung der Arbeitsinhalte von NGOs. ISBN 978-0-230-29035-8


Impressum 

Herausgeber: Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V., 
www.entwicklungsdienst.de 
Redaktion: Karoline Wiemers-Meyer (V.i.S.d.P.), Tel.: 0228-9089910, 
aklhue@entwicklungsdienst.de 
Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 28.06.2013 
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