Kennenlernen zwischen internationalen (Incoming) Freiwilligen und Bundestagsabgeordneten

Internationales Frühstück in Berlin


In Berlin haben sich am 30. Januar 2018 vier Bundestagsabgeordnete bzw. Mitarbeiter*innen der Fraktionen CDU/CSU, Bündnis 90 die Grünen und SPD mit 14 internationalen Freiwilligen zu einem parlamentarischen Frühstück getroffen. Sie haben sich über ihr einjähriges soziales und politisches Engagement in Einrichtungen in Deutschland ausgetauscht. Das vom Fachbereich Incoming im AKLHÜ veranstaltete Frühstück zeigte die Relevanz der internationalen Lern- und Qualifizierungsdienste und die großen persönlichen Mehrwerte. „Mich beeindrucken die unterschiedlichen Motive der jungen Freiwilligen, die mit viel Begeisterung und hohem Engagement nach Deutschland kommen“, stellte Markus Koob (CDU) fest. „Sie haben ein klares Bild von globaler Solidarität und unterstützen die deutsche Gesellschaft in wichtigen Bereichen.“


Die Freiwilligen arbeiten in Kindergärten, in der Pflege von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Beeinträchtigungen sowie in weiteren sozialen, kulturellen und ökologischen Einrichtungen sowie Sportvereinen. „Für mich ist es eine tolle Erfahrung mit älteren Menschen in Deutschland zusammen zu sein und sie im Alltag zu unterstützen. Wir lernen viel voneinander“, sagt Kodjovi Zagana aus dem Togo, der seit September 2017 in Baden-Württemberg in der Seniorenresidenz Schloss Stetten tätig ist. Neben Zagana nahmen u.a. Freiwillige aus China, Kamerun, Kolumbien, Nepal, Spanien und Venezuela teil.
Für Katja Dörner, stellvertretende Vorsitzende der Grünen, waren die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Freiwilligen von großem Interesse. „Die Vielfalt der Engagement-Bereiche spiegelt sich auch in der Vielfalt der Tätigkeiten der Incoming-Freiwilligen. Es ist toll zu sehen, wie hier Schritt für Schritt eine Internationalisierung voranschreitet, auch wenn es noch viele rechtliche und bürokratische Hürden gibt.“ Sie schlägt vor, eine interfraktionelle Initiative zu starten, um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zu erreichen.


Die Schwierigkeiten beim Erwerb eines Visums in den Heimatländern der Freiwilligen zeigen für Dr. Karamba Diaby (SPD-Bundestagsfraktion) „die Widersprüchlichkeit der aktuellen Visapraxis. Es braucht einheitliche Regelungen, denn wir dürfen internationales soziales Engagement nicht ausbremsen“, so Diaby weiter. Diese Regelungen könnten für die beteiligten Akteure Sicherheit bieten, dass Freiwillige, die zuvor über anerkannte Trägerorganisationen ausgewählt  würden, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ihren Freiwilligendienst in Deutschland beginnen können.
Die Geschäftsführerin des AKLHÜ, Dr. Gisela Kurth, resümiert: „Die Freiwilligen sind wichtige globale Engagement-Botschafter vor Ort. Sie brechen mit ihrem Einsatz in Deutschland Vorbehalte gegenüber Ausländern auf, indem sie sich in ihrem Umfeld aktiv für andere einsetzen. So können sie ein positives Beispiel von Mobilität nach Deutschland geben“, so Kurth weiter.
Gegenüber den Abgeordneten wurden daher die Forderungen erneuert, einheitliche bzw. zumindest vergleichbare rechtliche Rahmenbedingungen für Incoming-Freiwilligendienste zu schaffen. Ziel muss es sein, den hohen bürokratischen Aufwand und die Hürden zu verringern sowie die Zugänge zu Freiwilligendiensten in Deutschland für internationale Interessenten und für alle interessierten Einsatzstellen zu erleichtern.


Die Freiwilligen sind über die Förderprogramme Bundesfreiwilligendienste (BFD), Freiwilliges Soziales und Ökologisches Jahr (FSJ/FÖJ), weltwärts Süd-Nord sowie über privatrechtliche Vereinbarungen in die internationalen Freiwilligendienste in Deutschland vermittelt worden.


Weitere Informationen zu den Forderungen zur Ausgestaltung von Incoming-Freiwilligendiensten können im Fachbereich Incoming im AKLHÜ oder direkt hier abgerufen werden.


Kontakt: Fachbereich Incoming im AKLHÜ e.V., Tore Süßenguth, 0228/908 99 24, incoming@entwicklungsdienst.de

 

Quelle: AKLHÜ e.V.

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